Archiv | Fortbildungen und Fachtagungen

Zwischen Blümchensex und Hardcore

Thema:
Zwischen Blümchensex und Hardcore, oder "Ich schütze nur was ich liebe"
Sexuelle Bildung als integrativer Aspekt von Prävention gegen sexuellen Missbrauch

Stimmungsvoller Abschied und Neubeginn

Was von den Teilnehmenden in erster Linie als letzte Fachtagung des Bundesvereins zur Prävention von sexuellem Missbrauch an Mädchen und Jungen e.V. gefeiert wurde, war gleichzeitig ein gelungener Auftakt für einen intensiven fachlichen Austausch unter dem neuen Dach der DGfPI - der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung e.V.

Gemeinsam begrüßten der alte Vorstand des Bundesvereins sowie zwei Vertreterinnen des neuen Vorstandes der DGfPI am Nachmittag des 04. Juni 2009 37 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet im Elsa-Brändström-Haus in Hamburg.
Die dreitägige Veranstaltung wurde als Fortsetzung einer vorherigen Fachtagung des Bundesvereins zum Thema „Zwischen Blümchensex und Hardcore: Phänomene, Ursachen und Folgen sexueller Verwahrlosung bei Kinder und Jugendlichen“ verstanden und begann direkt nach der Begrüßung am Donnerstag mit einem intensivem Austausch zu verschiedenen themenspezifischen Fragestellungen.
Unter der Moderation von Sonja Blattmann und Marion Mebes wurde an zurückliegende Diskussionen der letzten Tagung angeknüpft und in Arbeitsgruppen rund um das Spannungsfeld sexuelle Bildung und Prävention gegen sexuelle Gewalt gearbeitet.
Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen werden dokumentiert und in die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Handreichung „Zwischen Blümchensex und Hardcore“ einfließen.
Der Freitagvormittag wurde durch die Referentin Lucyna Wronska und ihre Impulse zum Thema „Sexuelle Bildung als wichtiger Beitrag zur Entfaltung von sexuellem Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein.“ bereichert.
Lucyna Wronska ist Diplompsychologin und Dozentin beim Institut für Sexualpädagogik Dortmund sowie Mitarbeiterin der Fachberatungsstelle „Kind im Zentrum“ in Berlin. Neben einem fachlichen Input waren es insbesondere die Eindrücke und Erfahrungsberichte sowie die praktischen Übungen und Reflexionen, die den Teilnehmenden den Blick für den Austausch, die Diskussionen und die eigene praktische Arbeit weiteten. In den Fokus genommen wurde besonders die Arbeit im interkulturellen Kontext, welche Frau Wronska nicht zuletzt aufgrund eigener Migrationserfahrungen sehr anschaulich und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtete.

Am Freitagnachmittag hieß es:
28 Tage DGfPI! - Wo stehen wir und jedeR heute und wie geht es weiter?
Nach einem kurzen Bericht über die Fusionsveranstaltung am 08. Mai 2009 in Berlin eröffneten Sonja Blattmann und Monika Petersen den Teilnehmenden Raum für Austausch von Fragen, Informationen, Ideen und Visionen. In kleinen Gruppen wurden u.a. der Fortbestand der Fachzeitschrift „Prävention“ sowie die Gestaltung von Fortbildungen und der jährlichen Fachtagung unter dem Dach der neuen Deutschen Gesellschaft diskutiert.
Nach der Vorstellung der Ergebnisse am nächsten Tag vereinbarten die Teilnehmenden, sämtliche Ideen und Anregungen in einem Arbeitspapier zu dokumentieren und dem neuen Vorstand der DGfPI zur nächsten Vorstandssitzung vorzulegen.

Am Freitagabend verschaffte der „Landgang Blankenese“ bei sonnigem Wetter etwas Abstand zu vorangegangenen Diskussionen und Themenschwerpunkten.
Höhepunkt des Abends war der stimmungsvolle Abschied vom Bundesverein, bei welchem u.a. die Gründungsfrauen von den ehemaligen Vorstandfrauen geehrt und alle Teilnehmenden mit reichlich Marzipantorte versorgt wurden.

Der Samstag war als letzter Tagungstag im Wesentlichen der Thematik „Arbeit mit sexuell straffällig gewordenen Jugendlichen“ vorbehalten.
Werner Meyer-Deters, Vorstandsmitglied der DGfPI und Mitarbeiter der Beratungsstelle „Neue Wege Bochum“, stellte sich in seinem Vortrag den Fragen, wie sich häufiger Pornografiekonsum auf die Jugendlichen auswirke und welche Impulse und Notwendigkeiten sich aus der therapeutischen Arbeit mit straffällig gewordenen Sexualstraftäter/innen für die allgemeine Präventionsarbeit gegen sexualisierte Gewalt ergeben würden.
Einblicke in die Praxis boten Grundlage für Diskussionen und Austausch. Besonderes Interesse weckte bei den Teilnehmenden die konzeptionelle Zusammenarbeit von Opfer- und Täterberatungsstelle in Bochum sowie die Einschätzung von Werner Meyer-Deters zur Wirksamkeit pornografischer Medien.
Vor dem Hintergrund der thematischen Auseinandersetzungen am Vormittag, verschaffte das Mittagessen schließlich eine willkommene Pause vor der Schlussrunde und der Auswertung der Fachtagung.
Ein letztes Mal kamen hierfür die ehemaligen Mitglieder des Bundesvereins in vertrauter Runde zusammen. Sie verabschiedeten den alten Vorstand, gaben Dr. Esther Klees erste Anregungen und Impulse aus den Arbeitsgruppen des Vortages mit auf den Weg und füllten den Saal mit einer Atmosphäre von Auftakt und Neubeginn.
Einige der Teilnehmenden erklärten sich in großer Runde zu einer aktiven Mitarbeit in der DGfPI bereit. Und auch ohnedies wurde laut und leise deutlich:
Die Fachberatungsstellen brauchen weiterhin den gezielten Austausch zur Prävention von sexuellem Missbrauch. Schön ist, dabei in Zukunft durch neue Gesichter und neuen Impulse bereichert zu werden!

n.i.n.a. e.V.

Datum:
04.06.2009 - Vortrag Bundesverein [PPT, 2,5MB]
05.06.2009 - Arbeitsergebnisse [PDF, 8kB]
06.06.2009 - Protokoll Politgruppe [PDF, 13kB]

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